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1 day ago

DNA Labor

Im Grunde ist es gesund für den Kör­p­er, wenn man gele­gentlich oder auch dauer­haft auf üppiges Essen, Fleisch und Süßigkeit­en verzichtet. Auch für die Seele ist es gesund, dass man nicht ständig Diener seines Kör­pers und Triebe wird. Doch es ist niemals gesund, 16 bis 20 Stun­den lang auf Nahrung und Flüs­sigkeit zu verzicht­en, vor allem wenn man danach noch gefräßiger wird als son­st. Das ist bei Erwach­se­nen schlimm genug. Bei Kinder ist es ein Miss­brauch.

Als Kind habe ich schon mit 11 Jahren mit­ten im Som­mer gefastet. Wed­er meine Eltern noch meine Lehrer in der Schule woll­ten, dass ich faste. Meine Mut­ter bot mir sog­ar Wass­er an, als sie merk­te, dass es mir schwindlig war, aber ich blieb stand­haft. Ich fastete “frei­willig” und den­noch stand ich unter Zwang, zu fas­ten. Die Art und Weise wie alle um mich herum über das Fas­ten und seine Vorzüge gere­det hat­ten, motivierte mich zu fas­ten. Ich wollte als erwach­sen­er Mann gel­ten und den Respekt meines Vaters und Lehrers gewin­nen. Und auch wenn alle sich Sor­gen gemacht haben, dass ich fastete, wurde ich zum Fas­ten­brechen als Held behan­delt, weil ich Aus­dauer und Geduld hat­te.

Ähn­lich ist es auch beim Kopf­tuch. Der Zwang kommt nicht immer direkt, son­dern oft durch Grup­pen­dy­namik und indi­rek­te soziale und moralis­che Erpres­sung. Wenn eine nicht ver­schleierte junge Frau oder kleines Mäd­chen sieht, wie alle eine Frau grat­ulieren, die sich fürs Tra­gen des Kopf­tuchs entsch­ieden hat und sie mit Respekt behan­deln, und wie eine Frau geächtet wird, die das Kopf­tuch abgelegt hat, wird sie motiviert, eins selb­st zu tra­gen, damit auch sie diesen Respekt genießt. Sie sieht wie das Kopf­tuch verk­lärt und und als eine Stufe zum Paradies mys­ti­fiziert wird, und will auch mit ein­er kleinen Aktion etwas Größeres erre­ichen.

Eine islamis­che Kul­tur wo die Reli­gion, ihre Sym­bole und Rit­uale wichtiger als das Wohl der Kinder ist, fördert die Inte­gra­tion nicht. Eine west­liche Kul­tur, die aus ange­blich­er Tol­er­anz nun das Fas­ten und das Kopf­tuch verniedlicht, trägt eben­falls nicht zu Inte­gra­tion bei. Ein Zwang bleibt ein Zwang, auch wenn Mil­lio­nen ihn als Aus­druck ihrer Frei­heit sehen!

- Hamed Abdel-Samad -

Quelle: bit.ly/2Ix1ZXG
Vor­trag von Hamed Abdel-Samad:
de.richarddawkins.net/articles/rdf-talk-hamed-abdel-samad-integration

(Foto: Pix­abay / lmom­bo )

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5 days ago

DNA Labor

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1 week ago

DNA Labor

_Vilém_Flusser_Archive
Today Vilém Flusser would have his nine­ty-eighth birth­day.
Play­ing chess was one of Flusser’s pas­sions. From his phe­nom­e­no­log­i­cal per­spec­tive he explains chess as a struc­tural­ly sim­ple and a func­tion­al­ly com­plex prin­ci­ple.

“Dinge so anzuse­hen, als sähe man sie zum ersten­mal, ist eine Meth­ode, an ihnen bish­er unbeachtete Aspek­te zu ent­deck­en. Es ist eine gewaltige und frucht­bare Meth­ode, aber sie erfordert strenge Diszi­plin und kann darum leicht mißlin­gen. Die Diszi­plin beste­ht im Grunde in einem Vergessen, einem Ausklam­mern der Gewöhnung an das ange­se­hene Ding, also aller Erfahrung und Ken­nt­nis von dem Ding. Dies ist schwierig, weil es bekan­ntlich leichter ist zu ler­nen als zu vergessen. Aber selb­st wenn diese Meth­ode des absichtlichen Vergessens nicht gelin­gen sollte, so bringt ihre Anwen­dung doch Überraschendes zu Tage, und zwar tut sie das eben dank unser­er Unfähigkeit, sie diszi­plin­iert anzuwen­den. Das kann am Beispiel der Betra­ch­tung des Schachspiels erläutert wer­den.”

– Vilém Flusser 1993, “Dinge und Undinge“

Video: Michael Bielicky 1994, “Vilém Flussers Fluss”

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1 week ago

DNA Labor

Mit der rev­o­lu­tionären Gen­tech­nik des “genome edit­ing” lässt sich das Genom mit ein­fach­sten Mit­teln pass­ge­nau und hoch­präzise opti­mieren. Das Bear­beit­en des …

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